Zen Meditation

Dojo


 Wenn du die Berührung
mit der inneren Stille verlierst,
verlierst du den Kontakt mit dir selbst.
Wenn du den Kontakt mit dir selbst verlierst,
verlierst du dich in der Welt.
Eckhard Tolle


Einfach den Weg zu sich selber finden, auf dem Weg zu sein, zu bleiben, zu sein - sein!

Sich auf diesen Weg zu machen braucht grosse innere Überwindungskraft, Ausdauer, Geduld, alles was wir eigentlich auch im Alltag praktizieren könnten und sollten. Wir finden dabei grössere Achtsamkeit und Gelassenheit, somit mehr Zufriedenheit!

 Zum Beginn der Meditation gebe ich jeweils Impulse mit verschiedenen Texten. Auch wenn dieseTexte vielleicht momentan nicht verstanden werden können, lassen wir uns nicht entmutigen, wir lassen sie einfach einwirken, das Verständnis wächst mit der Meditation - ein lebenslanger Weg zum inneren Herz.

 

Deshalb sind ja so viele Menschen unglücklich, weil sie ständig glücklich sein wollen.




 

 
 

   Philosoph Willhelm Schmied


Zazen 7.2.19
Ein Besucher fragte einen weisen Meister, wie er zu Weisheit gelangen kann.
Der Meister sagte:
"Wie kannst du hoffen, die Welt zu verstehen, da du nicht einmal die selbst verstehst!"

In Kontakt zu kommen mit unserem eigenen, tiefen Geheimnis braucht eine hohe Überwindungskraft und Wille.
Der Besucher merkte, wie der Weise ihn mit gerade und festem Blick in die Augen schaute. Er spürte hinter diesem festen Blick ein tiefes Wissen von Geheimnissen, die der Meister sorgfältig hütete.
Der Fragende richtet sich weiter an ihn:
"Was soll ich machen? Wie und wo soll ich suchen?"
Der Meister erwiderte: "Suche in dir selbst, so wirst du die Wahrheit finden, die tief in deinem Inneren steckt."
"Ich finde aber nur die Leere und Unwissenheit", sagte der Schüler.
"Die Unwissenheit existiert nur in deinen Gedanken", sagte der Meister.
Der Schüler: "Deine Antwort bringt mich in noch grössere Unwissenheit."

Der Weise zieht die Augenbrauen hoch und bemerkt:
"Wegen deinen Gedanken bleibst du stets in Unwissenheit, bemühe dich zur Weisheit die gleichbedeutend ist wie Selbsterkenntnis. Das Denken ist wie ein Ochsenkarren, der uns fast gewaltsam in die Dunkelheit eines Bergtunnels führt, in die Orientierunslosigkeit. Indem wir uns bewusst wieder wenden gelangen wir in die Helligkeit und Klarheit."

Abschliessend sagte er: "Die Rückwendung des Denkens ist der höchste Yoga".

Mit der Übung des regelmässigen Sitzens lernen wir unseren Geist zu bändigen und finden wieder Helligkeit und Liebe sowie uns selber.



Zazen 31.1.19

Wir sind uns im Alltag unseres Atems nicht bewusst. Dafür richten wir das Bewusstsein beim Meditieren auf den Geist und den Pfad des Atems um sich so dem eigenen inneren Wesen näher zu kommen.
Im Atem liegt eine Kraft, die mit dem Körper lebt und wo unsichtbar ist. Durch die Konzentration auf dem Atem können wir in der Stille mit dem Kraftstrom in Kontakt kommen. Dazu gehört eine gute Körperhaltung, eine bewusste Atmung und Willenskraft.

Mit der Beherrschung des Körpers folgt die Beherrschung des Geistes und dem Ziel zur Erlangung geistiger Vollkommenheit und Selbsterkenntnis.
Ein Meister sagt:
"Wie kann ich meinen die Welt zu verstehen, wenn ich mich selber nicht einmal verstehe."

Mit Geduld und Übung muss ich in mir selbst suchen um zur Wahrheit zu gelangen. Die Unwissenheit existiert nur in den Gedanken, welche ständig um Vergangenheit und Zukunft kreisen.
Wenn die Gedanken still werden sind wir bei uns angekommen.
Es braucht harte Arbeit und Überwindungskraft, um mit seinem eigenen, inneren Wesen in Kontakt zu kommen um Klarheit und Einheit zu finden.

Wir gelangen in die Gegenwart und lernen, das was gerade ist nicht zu werten, nicht mit den Gedanken zu fassen, dafür den Geist zu sammeln, um das wirkliche Leben wahrzunehmen.
So wissen wir, wie wir unserem eigenen Leben und der Welt am besten dienen können und besitzen die nötige Kraft dazu.

Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf unser Inneres, das Leben entfaltet sich heilsamer und friedlicher.



Zazen 24.1.19

Hildegard von Bingen (1098 - 1179), deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin.
"Was der Saft im Baum ist, das ist die Seele im Körper und ihre Kräfte entfaltet sie wie die Gestalt des Baumes. Ihre Erkenntnis gleicht dem Grün der Zweige und Blätter, ihr Wille den Blüten, ihr Gemüt ist wie die zuerst hervorbrechende Knospe, ihre Vernunft wie die voll ausgereifte Frucht. Ihr Sinn endlich gleicht der Ausdehnung des Baumes in Höhe und Breite. So ist die Seele der innere Halt und die Trägerin des Leibes"

Eine Ordensschwester hat betont, dass es schwieriger ist, die Stille auszuhalten, als sich der Unterhaltung hinzugeben. Aber wer seine Seele in der Stille sucht, dem wird sie offenbart.
Mit unserer Übung stärken wir unsere Intuition und erfahren uns als ganzes Wesen. Die moderne Wissenschaft kann durch Hirnstrommessungen zuordnen, welche Hirnareale aktiv sind. Die chemischen Vorgänge im Gehirn geben jedoch keinen Eindruck auf die direkte Erfahrung. Gemäss Daniel Hell, Professor für Psychiatrie, macht die Seele den Menschen zu einer vollkommenen Person.
Eine Sterbebegleiterin hat ein klares Bild von der Seele: "Es ist das Innerste des Menschen, das was ihn ausmacht, etwas Geheimnisvolles und Verletzliches."

Lassen wir und ganz in die Stille, in den Moment, in unser Wesen ein. Die Seele kann man nicht halten, sie spendet uns trotzdem immer inneren Halt. Durch unsere tägliche Entfremdung von uns selber, entfernen wir uns auch unserer eigenen Seele und verlieren uns in den Dingen der Welt.

In der inneren Stille kommen wir in Kontakt mit unserem inneren Wesen, unserer Seele und werden zu einem Ganzen.



Zazen 17.1.19

Alles Materielle unterliegt dem Alterungsprozess, doch geistige Energie durch Transzendenz bleibt sich immer gleich. Trotzdem kennen wir nur die unbeständige Seite des Daseins, welche uns durch unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften latent beschäftigt. Wir verpassen in unserem Leben seelische und geistige Potentiale um so besser mit Krisen umzugehen.
Unser Leben richtet sich auf die Bewältigung des Alltags, mit allem was auf uns zukommt und wir bleiben so in den Äusserlichkeiten gefangen, in einer Art Zwangsjacke. Es gelingt uns nicht in ein Über-Ich zu gelangen, die Begrenzung durch Raum und Zeit hält uns im Bann.
Das ich bleibt ein Medium von Erlebnissen und Erfahrungen in der materiellen Alltagswelt. Das Potenzial unseres Seins ist jedoch nicht auf Materie begrenzt, darüber liegt das wahre Wesen des Lebens.

Die meisten Menschen kennen kein Gefühl mehr für authentische, lebendige Empfindungen. Manchmal sind es Krisen oder Schicksalserfahrungen, welche ein Umdenken in Gang setzen. Wir merken, dass das ich und das Ego letztlich keine starren Instanzen sind und wandlungsfähig werden können. Mit nötiger Überwindungskraft finden wir mit entsprechender Übung und Einstellung innere Ruhe und Gleichmut. Wir erfahren mit Willen und Geduld sukzessive Klärung, Gelassenheit und Freude.
Das alte Ich wird erweitert im Denken und Wirken.
C.G. Jung:
"Das Bewusstsein ist hervorgebracht zu dem Zwecke, dass der Mensch seine Abstammung aus einer höheren Ebene erkenne".
Durch bewusste Wahrnehmungsübungen überschreiten wir das unreflektierte Ich und erfahren unser Selbst.


Zazen 10.1.19

Wir beginnen unsere Meditation heute Abend im neuen Jahr und ich freue mich mit allen, den Weg nach innen weiter unter die "Füsse" zu nehmen, den Weg draussen kennen wir ja schon seit unserer Geburt, beides miteinander wäre wünschenswert.

Text von Meister Eckhart, 1260 - 1328, deutscher Mystiker und Philosoph.
"Die reine Erkenntnis ist denen unbekannt, die nicht frei sind von ihrem ich und von allen Gütern".

Wir brauchen bestimmte Güter um zu leben, es geht um die Bedeutung, wie wir mit uns und unseren materiellen Gütern gedanklich umgehen. Wenn wir uns durch die Güter und Errungenshaften identifizieren um Macht, Reichtum und Ruhm bewirken zu wollen, sind wir nicht bei uns selber, nicht bei Gott, sondern eher nur abwesend von uns und der Wirklichkeit.

Ein Meister sagte: "Die Seele kann von sich kein Bild schöpfen. Denn Bilder kommen doch nur durch die Sinne herein. So kennen wir alle anderen Dinge nur uns selber nicht."

Mit unserer Meditation lernen wir hinter die Bilder und hinter unser aufgebautes Ich zu schauen und finden uns in einer Ganzheit wieder, was zu Gelassenheit und ganzheitlicher Heilung führt.

Meister Eckhart
"Verliesse ein Mensch ein Königreich und die ganze Welt, behielte aber sich selbst, so hätte er nichts verlassen."



Zazen 13.12.18

Markus Evangelium 8,35
"Wer sein Leben erhalten will, wird es verlieren und die ihr Leben verlieren um meinetwillen, werden es erhalten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüsst."

Palikanon, Majjhima Nikaya 72,15
Gespräch zwischen Buddha und dem Mönch Vacca:
"Hat dann Meister Gotama (Buddha) überhaupt irgendeine spekulative Ansicht?" (weltliche Ansicht)
Buddha erklärt:
"Vacca, spekulative Ansicht ist etwas, was vom Tathagata (Buddha selbst) beseitigt worden ist. Denn der Tathagata hat dies gesehen: 'So ist Form, so deren Ursprung, so ihr Verschwinden; so ist Gefühl,
so sein Ursprung, so sein Verschwinden; so ist Wahrnehmung, so ihr Ursprung, so ihr Verschwinden; so sind Gestaltungen, so dessen Ursprung, so ihr Verschwinden; so ist Bewusstsein so sein Ursprung, so sein Verschwinden. Daher, sage ich, mit der Vernichtung, dem Lossagen, dem Aufhören, dem Aufgeben und Loslassen aller Vorstellungen, aller Gedankengebäude, allen Ich-Machens, allen Mein-Machens und der zugrundeliegenden Neigung zum Ich-Dünkel, ist der Tathagata durch Nicht-Anhaftung befreit."

Wenn wir in der hiesigen Welt schon bewusst, moralisch und ethisch richtig leben, kommen wir einem harmonischen Leben schon näher. Sich in jedem Moment wirklich bewusst zu sein bedeutet letztlich, in der Wirklichkeit ankommen. Unabgelenkt jeden Moment wirklich wahrnehmen.



Zazen 6.12.18

Hildegard von Bingen, Mystikerin (1098 - 1179)

"Hocherhaben ist der Lichtkreis über der Erde, so hoch, dass du seine Höhe nicht begreifen kannst. So sehr überragt die göttliche Macht alles Leben der Geschöpfe und alles Empfinden und Erkennen des Menschen und so unausdenkbar ist sie in allem und über allem, dass kein geschaffenes Wesen sie erfassen kann. Selbst die höchste Fassungskraft vermag nur zu erkennen, dass Gott erhaben ist über jegliches Begreifen."

Es ist ein äusserster Versuch, das Unaussprechliche zu deuten. Worte, Gedanken, Vorstellungskraft, Verstand ...... alles müssen wir hinter uns lassen um mit dem Göttlichen (Chr.) oder dem Absoluten (buddh.) dem Höchsten in Kontakt zu kommen. Gemäss Dogen sollen wir dazu Körper und Geist "fallen lassen".

Das Ziel der Spiritualität ist, jenseits der Unterscheidungen und Wertungen die Harmonie und Einheit zu finden. Reine Einheit ist der höchste Bewusstheitszustand.
Auch Erwin Schrödinger (Entdecker der Quantenphysik) sagte: "Uns bleibt nur eines übrig, wir müssen uns an die unmittelbare Erfahrung halten, dass das Bewusstsein ein Singular ist, dessen Plural wir nicht kennen."
Wir kennen wohl unsere Einzigartigkeit, aber die Einheit werden fast alle Menschen nie kennenlernen. Es bleibt letztlich nur bei dem ultimativen einen Bewusstsein, welche jedes für sich auf einzigartige Weise zum Ausdruck bringt.

Jeder von uns trägt unbewusst die Quelle in sich, an diesem Punkt entschwinden alle inneren und äusseren Trennungen und Illusionen, der Zustand der Einheit ist in jedem Menschen und zugleich überall, hat keine Form.

Unser bewusster Atem mit gut aufgerichteter Haltung verbindet uns erst zu einer Einheit von Körper, Geist und Seele, innere Spannungen verschwinden, wir sind einfach nur da, jeden Moment, ganz bewusst.



Zazen 29.11.18

Hans-Peter Dürr (Physiker und engster Mitarbeiter bei Werner Heisenberg)
Das weltliche Wissen ist nicht alles, das Übertreten dieser Grenzen des weltlichen Wissens öffnet erweiterte Räume, welche nur einem sprirituellen Menschen zugänglich sind als Abwesenheit vom Wissen.

Da unsere Sprache primär nur den Äusserlichkeiten zugeordnet ist, lässt sich die Wahrheit nicht mit Worten erfassen. Unsere Ur-Bindung muss nicht erschaffen werden, sie ist ja immer schon bei jedem Menschen präsent als Quelle von Allem. Wir können unseren eigenen, inneren Grund und das Urvertrauen durch die Erfahrung unserer innerer Stille und Ruhe finden womit unsere Empfindsamkeit und Intuition verbessert wird.

Durch den Kontakt mit dem Grund und dem inneren Herzen wird unser wankelmütiges Wesen gefestigt und geöffnet. Der Umgang und die Einsicht mit sich selber und in der Folge mit der Mitwelt wird offener und stabiler.

Gemäss Dürr ist Materie ein Phänomen, das erst bei einer gewissen vergrösserten Betrachtung mit unseren Sinnen erfassbar wird. Am Grunde bleibt nur etwas, das mehr dem Geistigen ähnelt, ganzheitlich, offen, lebendig - die Potenzialität.

Eugen Drewermann spricht von dem Unbegreiflichen, das den Religionen zugrunde liegt.
Mit der Meditation werden wir uns der instabilen Gleichgewichtszustände unseres Daseins bewusst. Durch eine Ur-Verbundenheit verliert das Chaos seine Wirkung.

Gemäss Dürr haben die Menschen normalerweise Angst vor fiktiven, chaotischen Zuständen, was zu stetigen Unsicherheiten und Angst vor Kontrollverlust führt. So kostet es einigen Mut, auf diese Situation zuzugehen.

Wenn wir als Ego in der Welt wirken, verursachen wir in der Realität eine Verletzung eines harmonischen Potentials oder Beziehungsgefüges, obwohl wir auf generelle Beziehung angewiesen sind.





Zazen 22.11.18

Die Nicht-Lehre
Im Buch von Hermann Hesse "Glasperlenspiel" 1943, gibt es folgende Aussage: "Es gibt die Wahrheit, aber diejenige, die du begehrst, die absolute, vollkommen und allein weise machende, die gibt es nicht. Du sollst dich auch gar nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, sondern nach Vervollkommnung deiner selbst. Die Gottheit ist in dir, nicht in den Begriffen und Büchern. Die Wahrheit wird gelebt, nicht doziert."

Obwohl Buddha einer der grossen Lehrer der Menschheit war, ist seine Lehre eine Nicht-Lehre. Jeder Mensch muss sich lösen können vom Lebensdurst und allem egoistischen Haftens ans Dasein, an dieser Stelle wird das Dasein durch Liebe Ersetzt um frei zu werden für ein Leben in Güte, Selbstlosigkeit, Gleichmut und Mitgefühl.

So fragte Buddha seine Schüler: "Wäre der Mensch gescheit, wenn er das Floss, das ihn über den Fluss gebracht und gerettet hat, behalten würde?" Die Schüler entgegneten, dass man es dem Fluss überlassen soll, der hinter einem liegt. Buddha sagte: "So ist es auch mit der Lehre, sie ist zum Entrinnen tauglich, nicht zum Festhalten."

"Wer sich davon löst", vom Durst (Begierden) und Anhaften, schreibt der 83-jährige Hesse, "der geht zunächst einer Einsamkeit entgegen, aus der sich mancher bald wieder in die frühere Gemeinschaft zurücksehnt (zurück zum Leben in einem Trugbild, dem weltlichen Leben)
Er wird erst am Ende seines Weges entdecken, dass er in eine neue und grosse unsichtbare Gemeinschaft der Einheit und Wirklichkeit eingetreten ist.

Um mit dem Leben klar zu werden, zu wissen, wer wir eigentlich sind, müssen wir jenseits unseres weltlichen Daseins gelangen, gemäss Dogen "Körper und Geist fallen lassen."

Dazu sind die wenigsten Menschen in der Lage und finden nicht aus ihrem Samsara-Bereich (Kreislauf der Wiedergeburt und Leiden von neuen Daseinszuständen) hinaus.


Zazen 15.11.18

Text von Kabir, 1440 - 1518, indischer Mystiker, lebte wahrscheinlich in Varanasi.

"Ich lache, wenn ich höre, dass der Fisch im Wasser durstig ist.
Du begreifst nicht die Tatsache, dass das Lebendigste von allem in deinem eigenen Haus ist. Und so wanderst du mit verwirrtem Blick von einer heiligen Stadt zur nächsten.

Kabir möchte dir die Wahrheit sagen: Wohin du auch immer gehst, nach Kalkutta oder Tibet, solange du nicht weisst, wo deine Seele verborgen ist, wird die Welt für dich niemals wirklich sein."

Wie der Fisch im Wasser haben wir normalerweise alles, was wir in unserem Leben brauchen, aber unsere Begierden, Neigungen und Verstand führen uns stets zu  neuen Verführungen, durch das Anhaften daran erfahren wir dadurch immer wieder Leid.

Unser eigenes Haus ist unser innerstes Herz oder unsere Seele, wovon wir durch unsere Zerstreuung stets abwesend sind, damit auch von Gott. Indem wir uns mit einer regelmässigen Übung nach innen richten und die weltliche Welt in unserem Geist ruhen lassen, kommen wir in Kontakt mit unserem inneren Herz und der Einheit mit Gott.

Kabir legte Wert auf innerliche Erfahrung als Mittel zur höheren Erkenntnis. Nur das stille Sprechen mit Gott wertete er als wahre Offenbarung, die Schriften fand er unnötig

Er sagt weiter:
"Es gibt ein Wissen vor Dir, hinter Dir, Wissen rechts und links von Dir. Das Wissen jenseits des Wissens ist mein erkanntes Wissen.


Zazen 8.11.18

Der Wüstenmönch Poimen bat den Altvater Joseph: "Sage mir, wie ich Mönch werde." Joseph antworterte: Wenn du Ruhe finden willst, hier und dort, dann sprich bei jeder Handlung - Ich, wer bin ich? - und richte niemand!"

Indem wir Distanz zum eigenen Ich schaffen, nehmen wir Distanz zu einer trügerischen Selbstvorstellung, welche seit der Geburt aufgebaut wurde durch ein bestimmtes Umfeld.
Die Mönche suchen die Einsamkeit in der Wüste, um den eigenen Grund aufzufinden, als Mensch jedoch lässt sich sein eigenes Wesen erst wieder in der Gesellschaft spiegeln, wo wir dank einer tieferen Erkenntnis uns selber neu wiedererkennen können, was manchmal eine bestimmte Überwindung braucht aufgrund einer erweiterten eigenen Sicht.

Der Umgang mit den gewohnten Wertungen sollte dabei hinterfragt werden - was sind Wertungen wert? Funktioniert eine Beziehung mit anderen Menschen nur über Äusserlichkeiten, welche durch unsere Sinne erfasst werden.
Wenn wir fähig werden, unsere Sicht jenseits unserer sinnlich erfassten Erscheinungen zu bringen, erkennen wir die Situation so wie sie ist, in der Wirklichkeit. Das gewohnte Werten verliert an Wichtigkeit.

Die Wüstenmönche sind sich gewiss, den eigenen Seelengrund nur mittels einer Perspektive zu erkennen, die nicht von ihrer Person selbst stammt, sondern von einem nichtlokalen, höheren Geist.
Wenn wir uns nur als "Anhängsel" von Äusserlichkeiten erkennen, sind wir äusserst verletzbar, wenn wir in Kontakt mit unserer Seele oder Grund sind, wird unser labiles Dasein stabiler und zufriedener.



Zazen 1.11.18

Einstein sagte, dass der Mensch Teil des Ganzen, des Universums ist, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil.
"Der Mensch erfährt sich selbst sowie seine Gefühle und Gedanken als getrennt von allem anderen - eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Befreien wir uns aus diesem Gefängnis, erweitern wir unser Bewusstsein bis es alle lebenden Wesen und die gesamte Natur umfasst."

Unser Bewusstsein interagiert mit der Energie des Universums. Ein Physiker, Larry Dossey, bezeichnet das expansive Bewusstsein, welches die Natur als Ganzes umfasst mit "nichtlokalen Geist".
Wir leben unser Leben in unserem eingeschränkten lokalen Geist und der gewöhnlichen Realität und gleichzeitig nehmen wir unbewusst Teil am umfasserenden Bewusstsein des nichtlokalen Geistes. Synchronizitäten nehmen wir nicht wahr, obwohl sie bestehen, weil uns unsere Gedanken und Zerstreuung immer davon trennen.

Wenn wir uns mit diesem höheren Bewusstsein verbinden, entstehen Veränderungen in den Atomen und Molekülen unseres Körpers. Bewusstseinsveränderung geht mit Veränderung in und mit der Welt einher.

Im Einklang mit einem universellen Geist verliert Geburt und Tod an Bedeutung.

Bedeutung verliert an Bedeutung

Beim Sitzen in einer guten Haltung lassen wir uns in unser eigenes Wesen und zugleich einem umfassenden Bewusstsein ein.

Wir sind ganz da.



Zazen 25.10.18

Im 3. und 4. Jahrhundert gingen Menschen in die Wüste, um sich in beständiger Einsamkeit und hoher Wachheit ganz der inneren Wahrheit auszusetzen. Besitzlos und fern von jeder gesellschaftlichen Bindung und Verpflichtung und ganz der eigenen Gefühls- und Gedankenwelt ausgesetzt, erwarben sich viele von ihnen eine grosse Menschenkenntnis. Sie wurden zu den Psychologen der damaligen Zeit. Von überall her pilgerten Menschen zu den Einsiedlern, um sich von ihnen beraten und heilen zu lassen.

Einmal kamen Mönche zum Altvater Antonios, unter ihnen war auch der Altvater Joseph. Antonios wollte sie prüfen, legte ihnen ein Wort der Schrift vor und begann, sie zu fragen, was das Wort bedeute. Jeder gab eine Antwort, je nach seinem Vermögen. Der Greis sagte zu jedem: "Du hast es noch nicht gefunden." Zuletzt von allen sprach er zum Altvater Joseph: "Was sagst denn du, was dieser Spruch bedeute?" Seine Antwort war: "Ich weiss es nicht." Da sprach der Altvater Antonios: "Wahrhaftig, Altvater Joseph hat den Weg gefunden, indem er sagte, Ich weiss es nicht."
Wo liegt denn die Wahrheit, wenn er sagt, er wisse es nicht?

Sie ist jenseits unseres weltlichen Wissens, jenseits von Name und Form (Nama Rupa). Die Welt ist nicht nur das, wie wir sie erleben.

Wissen, Worte und Formen sind nach aussen gerichtet, wir brauchen das um verstandesmässig zu leben. Das aussen gerichtete Leben brauchen wir um uns als Person und Ego identifizieren zu können.

Jenseits von Name und Form lernen wir mit der Wahrheit und Wirklichkeit in Kontakt zu kommen, finden so zu uns selber.

Wir wenden uns unserer Übung zu, ganz in eigener Versunkenheit und lassen Namen und Formen los. Wir sind ganz angekommen.






Mit dieser Meditation versuchen wir die Ebene, hinter oder jenseits unserer alltäglichen Erfahrung des stets analysierenden Denkens und der sinnlichen Wahrnehmungen zu erfahren, das eigene Selbst. Die gewonnene Gelassenheit kann so in das Alltagsleben übernommen werden.

Die Zen-Meditation richtet sich auf das Innere, auf das Selbst.
Sie wird in der Regel sitzend (zazen) auf einem Kissen oder auf einem Meditations-Schemel ausgeführt, ist aber je nach körperlicher Verfassung auch auf einem normalen Stuhl möglich. Auf eine richtige Haltung wird grossen Wert gelegt, da diese das innere Gleichgewicht positiv beeinflusst.
Der Ursprung des Zen stammt aus dem Buddhismus - Zen, wird aber bei uns losgelöst davon praktiziert, die Konfession spielt keine Rolle.

Das Wort ,,Zen" kommt aus dem Sanskritbegriff "Dhyana", wurde dann in China und Japan zu Chana, Chan und schlussendlich wurde daraus Zen.

Für Anfänger empfiehlt sich eine individuelle Einführung, welche ich gratis anbiete. Pro weitere Meditationssitzung mit einer Dauer von von ca. 1 Stunde sind die Kosten pro TeilnehmerIn Fr. 10.-. Kissen und Meditationsstuhl sind vorhanden.

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